Man hat doch eigentlich ne Menge geschafft – Ein erstes Resümee

Irgendwann mitte März schloss Deutschland die Tore, das Virus, oder heißt es der Virus? Egal, Corona kam auch in Deutschland an und unsere Regierung machte alles zu, alles, was nicht „Systemrelevant“ war, für mich auf jeden Fall ein guter Kandidat für das Unwort des Jahres.

Von da an war alles anders, wir blieben drin, oder auch nicht, wir konnten noch einkaufen, einige übertrieben es und irgendwie wisse keiner was nun richtig oder falsch war. Artig blieben die meisten zu Hause und warteten darauf, wie es weitergeht.

Für viele begann Kurzarbeit, auch für mich, Kontaktverbot, Bundesländer machten interne Grenzkontrollen um Tagesausflügler abzuhalten und jeden Tag sprach ein anderer Virologe, Wirtschaftslobbyist oder Politiker von neuen Horrorszenarien.

Auch die Menschen veränderten sich, wir wurden solidarischer, einige freundlicher, andere noch aggressive, wie sagte schon Helmut Schmidt? In der Krise zeigen die Menschen Ihr wahres Gesicht. Irgendwie ist in der Aussage viel aktuelle Wahrheit.

Das ist jetzt 6 Wochen her, so langsam gibt es Lockerungen, Läden bis zu einer bestimmten Größe, oder Läden die sich auf diese Größe reduzieren, dürfen wieder öffnen. Dafür gibt es jetzt eine Maskenpflicht im ÖPVN und in Geschäften. Ich weiß nicht, vor einigen Monaten hätte ich noch eine Anzeige wegen des Vermummungsverbots bekommen, oder die Kassiererin hätte die Polizei gerufen, wenn ich mit Schal über der Nase und Sonnenbrille vor Ihr gestanden hätte, aber jetzt ist es normal, es wird Alltag.

Der ganze Lockdown hat viele schräge Seiten, doch durchaus auch seine guten.

Lustigerweise haben wir uns im März noch neue Fahrräder gekauft, musste mal sein. 😉 was soll ich sagen, mein neuer Drahtesel hat mich in diesen Wochen häufiger durch die Gegend gefahren, als das alte in 10 Jahren. Ich habe es geschafft mir das Rauchen abzugewöhnen und wir haben wirklich jeden Abend gespielt. Meist in unserer Kniffelliga, die wir mit meinen Schwiegereltern auf Entfernung gegründet haben, aber durchaus auch mal was anderes. Ich habe mit Freunden telefoniert, die ich schon seit Monaten oder Jahren wieder anrufen wollte. Ich habe mal wieder viel gelesen, Bücher die schon lange hier lagen und Bücher die ich mir neu gegönnt habe und wir haben mal unseren Naschbalkon gebaut, den wir uns schon ewig vorgenommen hatten.

Alte Obstkisten als Hochbeete, ein Regal aus alten Brettern, eine alte Emaile Schüssel als Ampel, wichtig war, ich wollte nichts neues anschaffen. Kein Neuen Müll produzieren, keine Kosten mehr als nötig.

Klar Erde hab ich gekauft und Sämereien, aber der Rest stammt aus unserer Garafe, aus unserem Flohmarktfundus. In der alten Schüssel, die mit drei neuen Löchern und ein bisschen Bindfaden zur Ampel geworden ist, stehen nun die Hängeerdbeeren. Die Obstkisten haben wir mit alten Tragetaschen ausgelegt und nun beherbergen sie Kräuter und Tomaten. In der alten Zinkwanne wächst nun Salat und aus ein paar übrig geblieben Latten und Brettern hab ich fix ein Regal geschraubt. Wir freuen uns jeden Tag aufs Neue über die Wachstumsfortschritte auf unserem Balkon.

Ab Montag ist meine 50%ige Kurzarbeit wieder vorbei und ich bin wieder voll im Job, aber unsere abendlichen Spaziergänge und Fahrradtouren werde ich beibehalten. Auch mal das Auto stehen lassen und mit dem Rad zum Supermarkt, ich glaube Das bekomme ich auch weiterhin hin. 😉

Ach ja, dass Rauchen, dass fang ich jetzt auch nicht wieder an. Man kann sich auch daran gut gewöhnen. 😉

Ich bin gespannt, wie lange wir noch in diesem Ausnahmezustand sind und wie das ganze weiter verläuft. Ich hoffe das wir, Ihr und alle unsere Lieben vom Virus verschont bleiben und ich freue mich darauf am Ende wieder alle meine Lieben in den Arm zu nehmen und zu drücken. Wird bestimmt komisch werden, aber mit Sicherheit auch schön. Ich freu mich drauf und aufs Meer!

Bis dahin, bleibt gesund und neugierig…

Euer Olfork.


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