Ist es eigentlich verwerflich, wenn einem die Bücher ohne Umschlag besser gefallen?

Wenn man soviel Zeit hat, wie wir momentan, dann kommen Eingemachten komische Fragen in den Kopf, bzw. man denkt über Gewohnheiten, oder Spleene nach, die man hat.

Ich hab auch so ein paar Macken, ich drehe gerne den Teller beim Essen und esse im Kreis, nur mal als Beispiel und ich fand schon immer, dass Bücher ohne diese bunten Umschläge besser aussehen.

Gebundene Bücher versteht sich, Taschenbücher haben ja keinen Umschlag. 😉

Vielleicht liegt es nur daran, dass es einheitlicher wirkt in so einem Regal, oder es ist der Bezug eines solchen Buches, die goldene Schrift am Buchrücken, keine Ahnung, ich finds einfach schöner.

So eine Bibliothek zum Beispiel, eine richtig alte „englische“ Bibliothek aus irgendeinem Film, da sehen die Bücher auch immer so aus, als ob sie eine einzige Serie in 2478 Bänden darstellen. Das ist geordnet und aufgeräumt, ich finde das schön, so fürs Auge.

Ist das verwerflich? Ist es schlimm?

Ich meine, es gibt Menschen, die machen sich wahnsinnig viel Arbeit mit der Gestaltung dieser Umschläge. Entweder ist es der Autor selbst, der noch ein schönes Cover malt oder digital entwirft, oder es ist ein bezahlter „Coverdesigner“ der sich wahnsinnig viel, oder manchmal auch gefühlt gar keine Gedanken macht diesen Umschlag zu entwerfen und ich mag das Buch ohne viel lieber.

So rein technisch ist ein Buchumschlag ja auch ein Marketingtool. Das Buch fällt im Laden auf, weil es einen interessanten Umschlag hat, es hat ja keine andere Chance aufzufallen, den Inhalt erkenne ich ja erst beim Lesen. Vielleicht würde es noch durch einen interessanten Titel auffallen, aber ansonsten wären die Bücher alle gleich. Andersherum wären mir wahrscheinlich viele schlechte Bücher erspart geblieben, wenn sie nicht so tolle Umschläge gehabt hätten und ich vor dem Kauf mal in das Buch geschaut hätte, weil sind wir doch mal ehrlich, das Auge kauft letztlich mit.

In unserem Bücherregal, dem Stubenschrank, sind noch alle Umschläge dran, ich Trau mich irgendwie nicht, die Abzunehmen und eventuell diese auch noch zu entsorgen. Ich hätte das Gefühl, ich trenne da etwas was nicht getrennt werden darf, ich tue jemanden unrecht damit oder würdige eine künstlerische Arbeit nicht genug, aber besser aussehen würde es bestimmt. 😉

Was mich zu einer zweiten Frage bringt, die ich mir schon als Kind immer gestellt habe. Hat irgendwer den Butt von Herrn Grass wirklich gelesen, oder gehört der nur in ein Bücherregal, weil er da reingehört? Nichts gegen den Butt, er steht für mich symbolisch für diese Frage, weil er mir als Kind auch etwas Angst gemacht hat, insbesondere der Umschlag was dazu führte, dass ich das Buch bis heute nicht gelesen habe, was vielleicht ein Fehler ist.

Aber der Butt könnte in meiner Frage auch durch viele andere große Romane und Abhandlungen ersetzt werden, quasi durch andere Bücher, die in ein „gutes“ Bücherregal gehören.

Naja, viel Zeit eben um über solche Dinge nachzudenken.

Vielleicht habt Ihr ja andere Bücher, die eine ähnliche Reaktion hervorrufen, oder die selbe Vorliebe für Bücher ohne Umschlag. 🙂

In diesem Sinne,

Ich bin neugierig…

Euer Olfork


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