So ein Frühstück im Hotel

Ich bin mal wieder unterwegs, in Wiesbaden zur Sitzung. Das kommt do einmal im Monat vor und man gewöhnt sich dran in unterschiedlichen Hotels zu schlafen. Der Ablauf ist doch irgendwie immer gleich, man checkt ein, übernachtet und am Morgen gibt es Frühstück.

Auch die Frühstücksbüffets sehen ja fast immer gleich aus. Marmeladen, Honig, Wurst, Käse, Tee und Kaffee. Bei dem einen gibts Rührei mit Speck, beim nächsten Spiegeleier und im dritten nur gekochte.

Aber was ich immer wieder faszinierend finde, sind die Menschen und die Geräusche in so einem Frühstücksraum.

Dieses Mal bin ich in einem kleinen privaten Hotel in der Innenstadt untergekommen, nix besonderes, relativ kleine Zimmer aber das Frühstück sieht nett aus. Zwar gibt es die üblichen Frühstückszutaten und nicht unbedingt etwas regionales, aber es sieht frisch aus und nach einer liebevollen Zusammenstellung.

Ich packe meine mir üblichen Speisen auf den Teller, 2 Brötchen, Marmelade, 2 Sorten Wurst und etwas von der Nussnugatcreme, Tee, Saft und ein Glas Milch und setzte mich an einen Tisch. Hinter mir ein asiatisches Pärchen, voll Klischee. Schon beim Frühstück die Kamera dabei, sie recht leicht bekleidet und er einige Jahre älter, sie sucht roten Tee, etwas womit die freundliche Küchenhilfe nicht ganz klar kommt. In einem durch hessischen Dialekt untermaltem Englisch bietet sie ihr einen roten Früchtetee an. Ich glaube nicht, dass sie den wollte. 😉 mir gegenüber ein Geschäftsmann, genau wie ich schon im Anzug, das Sakko aber noch auf dem Zimmer ein kleines Frühstück mit viel Kaffee. Weiter hinten, noch eine Gruppe Asiaten, schon älter, aber sehr höflich jedem gegenüber. Jeder Gruß mit einer leichten Verbeugung und am Buffet lassen Sie die anderen eher vor als zu drängeln.

Ich sitze am Tisch und lausche dem Gemurmel, hinter mir wischt eine Mitarbeiterin den Tisch ab und das Geräusch, welches der Lappen auf den Untersetzern macht, hat was kratziges. Es ist ein Intensives Geräusch, fast so, als hätte man es in einem Film eingespielt. In der Küche fällt etwas runter, wahrscheinlich Besteck. Es klimpert bis in den Frühstücksraum und das typische Röcheln der Kaffeemaschine untermalt diesen Klang noch. Ich schmunzele und muss daran denken, dass es Menschen gibt, die Geräusche sammeln, die jeden Ton aufnehmen und sorgfältig katalogisieren. Genau solche Geräusche, die etwas besonderes sind, besonders durch ihre Alltäglichkeit. Besonders, weil sie Bilder im Kopf auslösen.

Ich kann diese Leute verstehen, gerade heute, wo ich diese Geräusche, den Klang so bewusst wahrgenommen habe. Es ist schon faszinierend, was unser Kopf mit solchen Eindrücken macht, Kopfkino eben, man muss es nur mal bewusst wahrnehmen.

In diesem Sinne.

Bleibt neugierig…

Euer Olfork


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