Mit freundlicher Selbstbedienung

Wenn man wie ich viel mit dem Auto unterwegs ist, ich bin beruflich im Außendienst, dann regt man sich über vieles schon nicht mehr auf. Drängler ignoriere ich normalerweise und wenn mir mal wieder jemand die Vorfahrt nimmt, dann bleibe ich normalerweise recht gelassen.

Aber auch ich merke, dass es auf den Straßen rauer wird. Eigentlich wird es in unserer ganzen Gesellschaft rauer. Man ließt von Schlägereien in Badeanstalten, nachbarschaftsstreitereien werden irgendwie nur noch vor Gericht ausgetragen. Angriffe auf Helfer, wie der Feuerwehr oder der Polizei, sind gefühlt an der Tagesordnung. Doch warum eigentlich? Sind die Strafen zu niedrig oder drehen wir einfach nur langsam ab und ist das ein Phänomen, welches nur bei uns auftritt?

Momentan sitze ich im schönen Dänemark, hier wohnen ja bekanntlich die glücklichsten Menschen und was soll ich sagen, gefühlt ist es hier völlig anders.

Natürlich, ich bin im Urlaub und dann auch entspannter, aber es ist hier anders. Kaum ist man über die Grenze gefahren, selbstverständlich mit Passkontrolle, hört sofort das drängeln auf. Die Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung und der Abstand zum Vordermann wird auch größer. Keine Lichthupe, keine wilden Gesten vom Fahrer hinter einem, nix. Man fährt gemütlich, mit gleichbleibenden Geschwindigkeit vor sich her und kommt entspannt an.

Auch in anderen Situationen merkt man, dass es hier anders ist. Die Menschen sind einfach freundlich. Heute im Schuhgeschäft, brachte mir die Verkäuferin den zweiten Schuh und fädelte, wie selbstverständlich erst einmal die Senkel ein. Im Supermarkt hatte ich hier noch nie einen Einkaufswagen im Hacken, zumindest nicht, wenn Dänen hinter mir in der Schlange standen, und selbst bei einer Kassenschlange aus 6 Einkaufswagen schreit niemand nach einer zusätzlichen Kasse. Ich glaube ja, die Dänen stört es nicht und die Touristen wissen nicht wie sie das sagen sollen. 😉

Ein anderes Beispiel von heute war ein Restaurantbesuch. Meine liebe Frau und ich waren Essen, schließlich ist heute unser Jahrestag, am Restaurant mit angeschlossenem Gourmetgeschäft hing ein Schild mit der Speisekarte in drei Sprachen, Dänisch Deutsch und Englisch. Ganz oben stand der Satz:

„mit freundlicher Selbstbedienung.“

Über den Satz darf man ruhig ein wenig schmunzeln, aber er stimmt. Vorne am Tresen steht eine Freundliche Person und nimmt meine Bestellung auf. Die Getränke nehme ich mir selbst aus dem Kühlschrank und ich bekomme ein Tablett mit Gläsern, meinen Getränken, Besteck und einem bemalten Stein mit einer Nummer darauf.

Setz Dicv irgendwo hin und wir bringen Dir Dein Essen. Bezahlt wurde übrigens sofort, aber das ist ja auch kein Problem. 😉

Das Essen kam und selbst dieses sah äußerst freundlich aus.

Es gab für mich ein Pastgericht aus regionalen Zutaten. Echt lecker. *yummy*

Aber ich schweife ab. An den Nachbartischen saßen ausnahmslos Dänen, ein älteres Ehepaar, eine Familie mit Kind und eine größere Gruppe. Als das Kind schrie, Kinder sollen so etwas ja ab und an mal machen, störte sich keiner daran, man schenkte den Eltern ein freundliches Lächeln und es war okay. Auch wenn die Kinder größer Sind und ab und an mal zwischen den Tischen laufen, stört sich im Normalfall keiner dran. Eher gibt es Zustimmung der anderen Gäste. Zu Hause hätte meist schon wer die Eltern ermahnt Ihr Kind ruhig zu stellen, aber hier geht man da anscheinend anders mit um.

Keine Ahnung woran es liegt, aber hier sind die Menschen doch entspannter.

In diesem Sinne, bleibt entspannt und vor allem neugierig…

Euer Olfork


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