Eine Reise, keine Kaffee aber nette Begleitung

Letztens waren wir auf Sylt, nur ein kleiner Wochenendtrip, einfach mal Meer!

Naja nicht ganz, meine liebe Frau hatte ein Seminar auf der Insel und ich habe sie abgeholt und wo wir eh schon mal da waren, haben wir noch zwei Nächte auf Sylt verbracht um ein bisschen auszuspannen.

auf der Rückfahrt gab’s noch einen kleinen Einkaufsabstecher nach Dänemark und dann ging es über die A7 nach Hause.

Eigentlich gibt es auf der DK Rückreise immer eine Kaffeepause in Flensburg, aber da eh Sonntag war und wir auch nach Hause wollten, entschlossen wir uns an der Autobahn einen Kaffee zu trinken.

Glücklicherweise steht auf den Rasthofschildern mittlerweile, welche Restaurationen es gibt und so nahm ich den ersten Rasthof mit meinem Lieblingskaffee. Nach dem Besuch der Örtlichkeiten war mir allerdings der Kaffeedurst vergangen, außerdem gab es den nur aus dem Automaten und das war auch nicht so meins. Also weiter zum nächsten.

Hier wurde mir dann erzählt, dass die Maschine gerade in der Selbstreinigung ist und ich do den anderen trinken solle. Da mir die Alternative aber nicht recht war, ging es weiter.

An Hamburg vorbei ging es nun also zum dritten Versuch, vielleicht klappt es ja hier.

Und was soll ich sagen, die überaus „freundliche“ Bedienung rief mir, ohne das ich überhaupt mein Anliegen vorgetragen hatte, entgegen. Kaffee gibt’s nur den anderen. Okay, sollte wohl nicht sein, Espresso ist eh ungesund und so verließ ich den Rasthof wieder.

Draußen beobachtete ich dann zwei junge Männer, die höflich einen Autofahrer auf englisch nach seinem Ziel fragten und ob er sie mitnehmen könne. Sie erhielten eine genauso freundliche Aussage, wie ich kurz zuvor mit meinem Kaffee.

Gedisste aller Länder vereinigt Euch dachte ich kurz, denn nun kamen die beiden auf mich zu. Der Akzent kam mir durchaus bekannt vor und so antwortete ich den beiden auf dänisch, dass es für uns nach Hannover geht und nach einer kurzen Rücksprache mit meiner Frau, räumten wir die Rückbank frei und machten Platz für Rasmus und Gustav (gespr. Gustau).

Ich weiß, Anhalter darf ich eigentlich nicht mitnehmen, wegen der Versicherung und man weiß ja nie, was das für welche sind u.s.w. Aber irgendwie fanden wir die beiden sympathisch und eh die an irgendwelche Verrückten geraten… außerdem konnten wir so auch gleich unser Dänisch noch ein bisschen auffrischen. außerdem erinnerten mich die beiden daran, dass ich früher auch mal mit nem Kumpel nach Spanien trampen wollte, es aber nie gemacht habe.

Die beiden waren Schüler, gerade Volljährig und hatten sich überlegt, die Ferien zu nutzen und nach Norditalien und wieder zurück zu trampen, ein stolzes Ziel, wenn man sich überlegt, dass sie dafür nur eine Woche haben. 😉

Rasmus kam aus Silkeborg und Gustav aus Kopenhagen. Wir waren schnell im Gespräch, kein Wunder, wie oft trifft man beim Trampen Deutsche, die auch noch Dänisch sprechen. Sie erzählten uns von Ihrer Heimat und was man sich doch mal ansehen muss, wenn man da ist und ich war überrascht, was bie beiden uns so vorschlugen. Man hat immer so Klischees im Kopf, wenn man sich mit jungen Leuten unterhält. Man denkt an Smartphones, Disco und Computerspiele, aber die beiden schlugen uns Natur und Museen vor, Bootsfahrten auf kleinen Flüssen und Fahrradtouren durch Kopenhagen. Auch wir mussten erzählen, über Hannover, Spezialitäten und welche Städte man denn in Deutschland gesehen haben sollte.

Die Rückfahrt verging, trotz Stau in der Lüneburger Heide, wie im Fluge und wir haben den beiden noch ein paar Tips für ein Abendessen und eine kleine Kneipe um die berühmt berüchtigten Lüttje Lagen zu probieren und zeigten ihnen noch wo die Jugendherberge in Hannover ist, eine kleine Stadtrundfahrt gab’s noch inclusive.

Als wir die beiden in der Stadt rausließen bedankten sie sich noch und jeder zog seiner Wege. Meine Frau und ich unterhielten uns noch eine Weile darüber, weil die beiden uns, mal wieder gezeigt haben, wie einfach man mit „Fremden“ zu tollen Gesprächen kommt und das man Klischees immer wieder überdenken muss. Klischees sind festgefahrene Meinungen, die im Kopf irgendwann zu einer falschen Wahrheit werden. Die Jungs hatten ein Ziel – Norditalien – und einen Weg – wir trampen – es waren aufgeschlossene Junge Menschen, die sich über vieles Gedanken machen, viel mehr als wir glauben.

Keine Ahnung, ob die Beiden bis nach Italien gekommen sind oder ob Sie Ihr Ziel gegen ein anderes getäuscht haben. Ich hoffe, dass sie heile wieder zu Hause angekommen sind und nur positive Erfahrungen gemacht haben.

Vielleicht trifft man sich wieder, aber ich glaube diese Etappe werden sie genauso wenig vergessen, wie wir.

Denkt mal dran, wenn Ihr das nächste mal Anhalter seht, oder Euch Leute einfach nach dem Weg fragen, es lohnt sich.

In diesem Sinne,

Bleibt neugierig…

Euer Olfork


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