Darf ich mich setzten?

Viele Autoren, Musiker und Komiker antworten häufig auf die Frage, wo sie denn ihre Ideen hernehmen damit, dass sie sich einfach mal umsehen. Es stimmt. Wenn man sich einfach mal in der Gesellschaft umsieht und den Menschen zuhört, dann erfährt man so einiges und man findet ganz viel Inspiration für alles Mögliche.

Ich bin heute beruflich auf einer Messe, also ich stehe am Stand und versuche den Messe Rauchern etwas zu verkaufen.😉 Manchmal ist es, gerade wenn man am Stand steht, verblüffend, wie Menschen auf einfache Freundlichkeit reagieren. Viele zucken schon zusammen, wenn man einfach nur freundlich guten Tag sagt, entweder gehen sie einfach weiter, oder sie beteuern mir gleich, dass sie nur gucken. Ich zucke dann immer nur mit den Schultern und sage, dass ich nur freundlich guten Tag sagen wollte, dann wird’s auch gleich entspannter und man kommt häufig auch in ein Gespräch. Das Phänomen kenne ich auch, wenn ich auf dem Flohmarkt stehe. Wenn man freundlich grüßt, glaubt das Gegenüber gleich, er müsste was kaufen. Irgendwie komisch, wie Freundlichkeit falsch verstanden wird.

Ähnlich war es dann heute beim Mittagessen. Der Messeveranstalter lud alle Besucher und Aussteller zu einem Mittagessen ein. Man holt sich sein Essen und setzt sich an 10er Tische, die rund um die Essensausgabe in Reih und Glied stehen. Interessanter Weise bleibt jeder unter sich. Auch Leute, die alleine zum Essen gehen setzten sich an einen lehren Tisch und so sehe ich vor mit 15 Tische, an denen jeweils eine oder zwei Personen sitzen. Wenn ein Tisch schon belegt ist, mit einer Person, setzt sich der neue an die andere Seite des Tisches.

Als ich nun mit meinem Essen vor der Wahl des Platzes stand war ich auch kurz davor mich an einen leeren Tisch zu setzten, aber warum. Ich fragte höflich bei einem allein sitzenden Herren, ob ich mich dazu setzten dürfe. Etwas irritiert guckte er mich an, bot mir dann aber doch den Platz gegenüber an und wir kamen ins Gespräch. Ein lockeres Gespräch, nicht weltbewegendes, aber wir unterhielten uns.

Es ist doch verblüffend, dass wir in der Lage sind in den sozialen Medien hunderte von Freunden zu haben und im wahren, analogen Leben die Gesellschaft zu scheuen. Wir nehmen Freundschaftsanfragen von Menschen an, die wir aus einem digitalen Chat kennen, oder die mal auf der selben Party waren, aber wir bekommen es nicht hin, mit einem fremden Menschen ins Gespräch zu kommen.

Woran liegt das? Sind wir in den sozialen Medien so viel offener, oder sind wir in der Realität so schüchtern geworden.

Ich bin ja jemand mit einer großen Klappe, ich spreche Leute einfach mal an und bin immer überrascht, wie offen diese Menschen sind, sobald der erste Kontakt aufgenommen wurde. Ich hab schon so viele tolle Lebensgeschichten gehört und ganz tolle Menschen kennengelernt. Auch wenn ich diese teilweise nie wieder sehe, hatten wir doch ein nettes Gespräch oder haben Erfahrungen ausgetauscht, neue Urlaubsziele kennengelernt oder einfach nur gequatscht. Es geht, glaubt mir.

Macht einfach mal den Test und seid freundlich, ganz analog und Ihr werdet sehen, es ist ganz einfach.

In diesem Sinne,

Bleibt neugierig…

EierOlfork


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