Second Hand – der einfache Weg des Recycelns

Wenn man Second Hand hört, dann denkt man unweigerlich zuerst an Klamotten, Kleidung, schmuddelige Geschäfte, doch bei Second Hand geht auch mehr.

In einer Gesellschaft wie der unseren ist es immer einfach für die meisten. Alles ist immer und überall verfügbar, doch was ist mit dem alten Kram, die Sachen, die wir nicht mehr brauchen?

Vieles landet im Müll, im Sperrmüll im Hausmüll, bestenfalls richtig sortiert. Doch muss immer alles gleich weg und warum haben wir so viel Müll?

Auch wenn viele Leute gerne behaupten:“ früher war alles günstiger!“ Vergessen diese Leute doch schnell, dass sie auch mehr Geld haben als früher. Eine Statistik des iwd zeigt, dass mit Nichten alles günstiger war, ganz im Gegenteil. Man müsste früher viel länger arbeiten um sich dies oder jenes leisten zu können.

Für ein Brathähnchen (1KG) zum Beispiel hat ein Arbeiter 1960 noch 2 Stunden und 11 Minuten arbeiten müssen um es sich leisten zu können. Heute reichen 12 Minuten. Bei anderen Dingen unseres täglichen Lebens sieht es nicht anders aus. Eine Sache, die mir als erstes einfällt sind Elektrogeräte. Beruflich bin ich viel in Supermärkten unterwegs und ich bin immer wieder verblüfft, wie viele Fernseher da so rausgeschleppt werden. Auch hier mal der Vergleich zu 1960. Damals müsste jemand für einen Fernseher noch 346 Stunden arbeiten, bei einem 8 Stunden Tag immerhin 43 Tage oder anders 2 Monate. Heute reichen für einen neuen Fernseher im Schnitt 24 Stunden, was dann nur noch 3 Tage wären. Aber es geht ja um Wiederverwertung, also was passiert denn mit den alten Fernsehern? Viele Landen auf dem Müll. Im besten Falle auf einem Recyclinghof, wo er in Deutschland fachgerecht zurückgebaut wird. Im weitaus schlimmeren Falle irgendwo auf einer der Schrottkippen in Afrika, wo er von Kindern auseinandergenommen wird um für ein bisschen Geld die Teuren Rohstoffe zurückzubekommen.

Auch Möbel sind so eine Wegwerfsache geworden. Wo unsere Großeltern sich noch für teures Geld, und viel Arbeitszeit, eine Wohnzimmerwand gekauft haben, stehen heute bei uns Billigmöbel für ein Taschengeld, deren Halbwertzeit schon im Laden überschritten ist. Aber egal, die sollen ja auch nur ein paar Jahre halten, damit wir schnell neue kaufen und uns mal wieder neu einrichten können. Der Mensch braucht halt Abwechslung.

Wie schon ab und an erwähnt bin ich beruflich viel unterwegs und an Sperrmüll komm ich nicht vorbei, ohne zumindest einmal draufgeschaut zu haben. 😉

Manchmal denke ich mir, das dies oder jenes doch viel zu schade ist um es wegzuschmeißen und nehme es mit. Auch Flohmärkte sind etwas, wo ich gerne hingehe. Stöbern, quatschen, kaufen oder auch einfach mal Erinnerungen finden, an die Oma, die Tante oder an das Elternhaus. „Guck mal, dass hatten wir früher auch.“ Oder „so eine Kaffeekanne hatte meine Oma auch.“

Wenn mir dann was gefällt, dann nehm ich es mit, manchmal.

Keine Angst, es wird nicht alles gehortet, wenn was neues in die Wohnung kommt, dann darf auch was altes gehen. Auf den Flohmarkt zum Beispiel. Dann stelle ich mich hin und verkaufe schöne Dinge und stelle Erinnerungen aus.

Manchmal baue ich die Sachen, die ich so finde aber auch um, bereite sie auf,

oder mache etwas ganz anderes daraus.

Ganz so, wie ich gerade Lust habe. 😉

Upcycling, Recycling, Nowaste und was es nicht alles für Begriffe gibt, aber alle haben eines gemeinsam, sie produzieren keinen Müll.

Wir lesen viel über die Vermüllung unseres Planeten, Plastik in den Meeren oder Müllkippen in Afrika. Klimawandel entsteht auch durch Konsum. Viel Konsum heißt viel umweltschädliche Gase und viel Verbrauch von Rohstoffen.

Bei der Produktion eines Baumwoll T-Shirt, also von der Bewässerung der Pflanze bis zum Verkauf werden fast 2500 Liter Wasser verbraucht, bei einer Jeans sind es sogar bis zu 8000 Liter. Hier ein Link zur Erklärung. Wenn wir uns dann noch überlegen, dass wir diese Kleidung nach ein paar mal tragen wegwerfen, und uns dann neue kaufen, dann scheint irgendetwas falsch zu laufen. Gebt Eure Kleidung doch mal weiter, auf Flohmärkten oder im Internet bekommt Ihr sogar noch ein bisschen Geld wieder. Ansonsten gibt es Sammelstellen, soziale Kaufhäuser und Obdachlosen- und Flüchtlingshilfen, die diese Kleidung sehr gut brauchen können. Nicht die Container, hier wird nur wieder Geld gemacht. Schaut Euch mal um, Ihr findet bestimmt dankbare Abnehmer und das nicht nur für Kleidung.

In diesem Sinne denkt mal über Euere Fußabdrücke nach und

bleibt neugierig…

Euer Olfork


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