Worauf kommt es an?

Es war in letzter Zeit etwas ruhig um den Olfork, kein Wunder. 36 Grad, pralle Sonne und viel Arbeit, da gibt es andere Dinge, um die man sich kümmert, nicht auszutrocknen zum Beispiel. 😉

Letztes Wochenende allerdings hatten wir Besuch; eines unserer Patenkinder war auf seiner ersten Übernachtung. Er wollte unbedingt bei dem verrückten Spieleonkel schlafen und natürlich mit ihm spielen.

Wenn man mit Kindern spielt, sieht man die bekannten Spiele auf einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel. Da geht es auf einmal gar nicht mehr darum, zu gewinnen. Da erwachen die Spielfiguren auf einmal zum Leben und die Regeln… welche Regeln? So erging es mir auch an diesem Wochenende. Aufgrund des Wetters hatten wir uns erst einmal für eine Partie Minigolf entschieden; wir haben eine wirklich schöne, kleine Anlage im hannoverschen Georgengarten. Minigolf und Tischgolf, eine Art Minigolf mit Queue im Billardstil. Aber nach einem Eis für alle Sieger ging es dann doch an den großen Spieleschrank.

Push a Monster ist immer ein Spiel, dass ich gerne herausnehme, wenn Kinder dabei sind. Wer es nicht kennt: es geht darum, verschiedene Monsterplättchen in verschiedenen Formen und Größen mit Hilfe einer Schiebevorrichtung auf einen Tisch zu schieben, ohne ein anderes Monster vom Tisch fallen zu lassen. Wenn doch ein Monster fällt, bekommen alle Gegenspieler eine Monsterkarte eben dieses Monsters, und wer zum Schluss die längste Monsterkette hat, gewinnt. Ganz einfach.

Doch nach zwei, drei Runden wurden die Regeln umgeschrieben, die Monsterkärtchen wurden in eine lange Reihe gelegt, und mit Hilfe des „Monsterwürfels“, es sind Monster statt Zahlen abgebildet, wurde ein Monsterrennen veranstaltet, und damit es nicht aufhören musste, wurden die Plättchen, die hinten frei wurden einfach wieder vorne angelegt. Ganz einfach und ohne große Spielregeln, eben erdacht von einem sechsjährigen Jungen – und was soll ich sagen, es hat verdammt viel Spaß gemacht.

Nachdem das Rennen dann doch irgendwann vorbei war und die Lila Monster zum Sieger erklärt wurden, unter welchen Voraussetzungen auch immer, wurden die alten Legokisten aus dem Wandschrank geholt. Meine Frau hat zum Glück ihre ganzen Legosachen gut sortiert aufgehoben und wir machten uns an den Aufbau der alten Piratensiedlung und des dazugehörigen Gouverneursforts. Witzigerweise spielt es für Kinder überhaupt keine Rolle, dass Karibische Soldaten nicht auf Polizeimotorrädern sitzen, auch meinen Versicherungen zum Trotz, dass es noch gar keine Motorräder bei den Piraten gab, hielten ihn nicht davon ab, welche zu bauen.

Letztlich hat er auch recht. Wer kann uns denn verbieten, Fantasie zu haben und einfach zu spielen, was wir wollen. Vielleicht waren es ja Soldaten in einer Postapokalyptischen Zukunft, die auf Motorrädern durch die Gegend rasen und Piraten jagen, obwohl das wohl nicht seine Gedanken waren. Vielleicht hätte auch irgendwer mit irgendeiner Zeitmaschine Motorräder in die alte Karibik gebracht, wer weiß das schon. Und sind es nicht genau solche Gedanken, die uns auch in unseren Pen&Paperrunden vorantreiben?

Ich habe mich beim Spielen auf jeden Fall mal wieder auf das Wesentliche konzentriert, aufs Spielen. Mich einfach mal im Spiel und der Fantasie treiben zu lassen.

Ach ja, und meine Frau und ich bauen jetzt auch die anderen Legosachen zusammen, die Ritterburg ist schon fertig, jetzt freu ich mich noch auf das alte Robin Hood Lager, vielleicht gebe ich Robin Hood ja eine Taschenlampe in die Hand, oder setzte ihn in ein Knallrotes Feuerwehrauto. 😉

Bleibt neugierig…,

Und fantasievoll… 😉

Euer Olfork


2 Gedanken zu “Worauf kommt es an?

  1. Ganz wichtig, was Du beschreibst Olaf- seine Fantasie benutzen. Dies tun wir im Bereich des Tabletop leider immer weniger. Hier habe ich das Gefühl, es geht um den „schnellen Würfel“, das „eben einfach ein paar Werte vergleichen“… Dann könnte ich auch mit Papierschnipsel solche Spiele spielen. Aber warum kaufen wir uns dann so tolle Figuren, bemalen diese eine lange Zeit?

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