Erdenstern in Concert – das Abenteuer beginnt

Hamburg – gepolsterte Stühle – der schiefe Ton vom Stimmen einer Geige – Geraschel – ein blecherner Klang, vielleicht ein Horn? – Hüsteln – Quietschen vom Zurechtrücken der Stühle – eine Bühne – darauf ein Orchester. Es wird leise im Saal – es wird dunkel.

Dann…

Ein Zischen – ein Rattern – ein Quietschen. Ich stehe auf einem Bahnhof.

Ist das Kopfsteinpflaster unter meinen Stiefeln? Ein Zug fährt ein. Es ist ein alter Zug, eine Dampflok, die sich zischend und dicke Qualmwolken ausstoßend in den Bahnhof schiebt. Ich weiß nicht so recht, was ich hier soll. Ich weiß nur, dass ich einsteigen möchte. Im Zug suche ich meinen Sitz, als der Schaffner pfeift und ich plötzlich nicht mehr im Zug bin.

Ich stehe barfuß am Strand und der Sand knirscht zwischen meinen Zehen, ich höre das Rauschen der Brandung und Eingeborene auf kleinen Booten kommen auf mich zu, sie singen beim Rudern. All das weht sanft zu mir herüber und ich möchte dem entgegen gehen. Doch als ich meine Füße Wasser ins Wasser stelle, zieht es mich hinein, ich schwimme, ich tauche, ich treibe durch die Strömungen des Meeres. Immer tiefer geht es hinab. Wale, Riesenkraken und Rochen ziehen an mir vorbei, manche schwimmen ein Stück mit mir, andere drehen ab. Weiter, immer weiter zieht es mich in die Tiefe des Meeres. Irgendwann steige ich wieder auf, erst langsam, dann immer schneller, bis ich durch die Oberfläche breche. Fast direkt neben einem Segelschiff. Piraten? Sie ziehen mich aus dem Wasser, auf das Schiff. Es wird gefeiert, Rum getrunken und gesungen. Wir steuern einen Hafen an. Ich gehe von Bord. Wandere durch die Straßen einer Stadt. Ist es Chicago? War da ein Geist oder trügen mich meine Sinne? Auf einmal Hundegebell hinter mir; sie kommen auf mich zu, ich laufe, ich renne, weg von den Hunden. Eine Flucht durch die Stadt. Sirenengeheul, dröhnende Motoren, es sind die Geräusche einer Großstadt. Da ein Fabrikgebäude! Ich husche hinein, falle keuchend auf einen der Stühle, entspanne mich, atme tief durch. Die Geräusche ändern sich, es wird melodischer, entspannter. Ich öffne die Augen. Vor mir liegt im seichten Licht eines alten Saales mit rot gepolsterten Stühlen eine Bühne. Den Saal kenne ich doch? War ich nicht dort bevor meine Reise begann? Und die samtenen Sessel, fühlte ich den Stoff nicht unter meinen Händen. Irritiert schüttele ich meinen Kopf und blicke an mir herunter, dann wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Ein Orchester – Musiker mit Streich- und Blasinstrumenten. Etwas abseits, jedoch im flackernden Scheinwerferlicht erkenne ich drei Menschen, die wie Magier erscheinen. Ich kneife meine Augen zusammen, um sie besser erkennen zu können. Da trifft mich die Erkenntnis – Erdenstern- Geschichtenerzähler, die keiner Worte bedürfen, denn sie erzählen Geschichten mit ihren Melodien, musikalische Reisebegleiter – für das Abenteuer im Kopf!

Wie wird Dein Abenteuer klingen?

Be Part of the Dream – Erdenstern live in Concert.

Mein erster Kontakt mit Erdenstern war auf dem KeksCon in Hannover, einer gemütlichen Rollenspielconvention in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Ich stand vor dem Stand und schaute mir die CD Cover an. Into the Green, Aqua und Annwn interessante Namen, die noch interessanter wurden, als ich in die CDs reinhören durfte. Ich kam mit der Ausstellerin ins Gespräch, Eva-Maria Irek heißt sie und ich erfahre, dass sie selbst eine der Macherinnen dieses Projektes ist.

Erdenstern, das sind drei Musiker aus der Region Hamburg. Besagte Eva-Maria Irek, Per Dittmann und Andreas Petersen. Sie machen nach eigener Aussage „Musik für das Abenteuer im Kopf“. Und genau das ist es auch. Die Musik erzählt Geschichten, ohne Text, nur mit Melodien, ab und an einem Geräusch, aber vielen Bildern, die im Kopf entstehen. Es ist ein Crossover aus klassischer Musik, folkloristischen Klängen moderner Filmmusik und einer Prise von etwas anderem, dass man in einem Roman wahrscheinlich Magie nennen würde.

Erdenstern veröffentlichten 2005 mit Into the Green ihre erste CD, der Vertonung einer grünen Fantasywelt mit Elfen und Feen. Bereits ein Jahr später folgten Into the Red und Into the Blue, die sich mit dem Themen einer, im Krieg befindlichen Feudalwelt bzw. mit einer spannenden Seereise durch die Karibik beschäftigten. Die Into-Reihe wurde in den Folgejahren unter anderem noch mit Horror, Steampunk und SciFi erweitert, aber es kamen auch noch andere Projekte. Durch die bildliche Musik wurde auch die Pen&Paper Rollenspielergemeinschaft auf den Plan gerufen, ihre Abenteuer durch passende Musik zu untermalen, was 2008 zum Album „Ruf der Titanen“ führte. Mit dem Album schufen die drei Musiker den Soundtrack zum Rollenspiel Elyrion, einem Dark-Fantasy Setting. Aber auch für das wohl bekannteste Deutsche Rollenspiel, Das schwarze Auge, wurden zwei Alben geschrieben genau wie für Cthulhu und schließlich erschien 2016 das Album Urban Files für den Kickstarter des Rollenspiel Dresden Files, welches auf der Romanreihe von Jim Butcher basiert.

Neben der Arbeit an dem 2017 veröffentlichten Endzeitsoundtrack Silicium arbeiten die drei aber noch an einen anderen – vielleicht ihrem eigenen Abenteuer, eines das viel Planung und Arbeit erfordert, denn es soll nicht nur einfach eine weitere CD werden, sie wollen ein Livekonzert auf die Beine stellen, mit Saal, Orchester, Live Aufnahme und allem was dazu gehört.

Um das Projekt umsetzen zu können, starten Erdenstern 2018 eine Crowdfunding Kampagne und wollen jeden, der Lust auf ein neues Abenteuer hat, ins Boot holen.

Bereits vor ein paar Wochen gab es eine erste Kostprobe auf das was da kommen soll, ein Wohnzimmerkonzert, bei dem auch ich dabei sein durfte. Es war toll und gab mir Lust auf viel mehr! Ein Link zu einem Youtubevideo gibt es auch.

I am Part of the Dream,

Was ist mit Dir?

https://www.kickstarter.com/projects/erdenstern/erdenstern-live-in-concert

DerOlfork


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