Von Regelfetischisten, Killerlisten und anderen Spielverderbern

Kennt Ihr auch diese Spieler, die alles tun um zu gewinnen, die, wenn sie dann doch verlieren, ein riesen Drama daraus machen und das ganze Spiel nochmal analysieren und einem dann erzählen dass sie in Zug drei einen mm zu weit….? 

Genau diesen Mitspielern möchte ich heute diesen Beitrag widmen. 😉 

Der Killerlistenschreiber (Tabletop):

Es ist doch manchmal verrückt, da sitzen manche stundenlang am PC oder brüten über Ihren Armeebüchern um genau die eine Liste zu schreiben, die Ihnen auf jeden Fall und gegen jeden möglichen Gegner den Sieg bringt. Und wenn sie auch noch wissen, mit welcher Armee ein Gegner kommt, wird noch intensiver geforscht und getüftelt und auf jede mögliche Gegenaufstellung reagieren zu können. Meist sind es Turnierspieler, oder Menschen die nicht verlieren können, Rechner, Planer, schlichtweg Menschen, die unbedingt die Kontrolle behalten müssen. Ich finde es ab und an sogar amüsant gegen diese Art von Spielern zu spielen. Da ich meine Armeen fast immer kurz vor Spielbeginn aus dem zusammenpacke, was ich habe, oder was mir gerade optisch oder Flufftechnisch gefällt, bin ich meist schwer auszurechnen und wenn man dann im Spiel auch noch wirre Bewegungen oder Züge einbaut, kann man diesen Killerlistenschreiber schon den Schweiß auf die Stirn treiben. Besonders interessant wird es schließlich, wenn sie dann doch mal verlieren, denn dann sind meist die Würfel, alternativ die Karten, die falsche Auslegung der Deckung oder sonst irgendetwas schuld.

Der Regelfetischist (alle Arten von Spielen):

Diese Spezies ist ein wandelndes Spielregelbuch, es kennt für jede erdenkliche Spielsituation die passende Regel und noch viel wichtiger, sämtliche Arten diese auszulegen. Insbesondere im Spiel fängt der Regelfetischist sofort an zu diskutieren, sollte man einen Fehler gemacht haben, und erklärt einem wieso und warum dies oder jenes jetzt nicht möglich war und wo das in welcher Spielregel steht. Gepaart mit dem Killerlistenschreiber ergibt dies eine hoch explosive Mischung, vor allem, wenn man gegen mich spielt. Ich finde Spielregeln wichtig, aber nur als Rahmen. Wenn es dem Spielfluss dient, bin ich gerne bereit auf die eine oder andere zu verzichten, oder diese zu beugen, selbst dann wenn es zu meinem Nachteil ist. Ich stehe mehr auf einen Würfelwurf, der letztlich bei Streitfragen entscheidet. Bei 1-3 hat der eine recht, bei 4-6 der andere und gut ist. Am Ende des Spiels kann man gerne nochmal nachschauen, wie es richtig gewesen wäre, aber dann muss auch gut sein. Der Regelfetischist würde so etwas niemals zu lassen. Regeln sind dazu da eingehalten und im Zweifel ausdiskutiert zu werden. Leider vergisst er dabei schnell das Spiel. Auch fängt er nach dem Spiel gerne an, bei Nichteinhaltung darauf hinzuweisen, was man selbst denn so falsch gemacht hat. Nebenbei gibt es aber auch noch die „light“ Version dieser Spezies. (Liebe Grüße an Marc) 😉 diese finden Spielregeln einfach toll und diskutieren diese, vornehmlich in unserer WhatsApp Gruppe, auch gerne mal aus, was schnell in hunderten von Diskussionsnachrichten in einer Stunde ausarten kann ;-). Im Spiel allerdings halten sie sich, des Spielflusses zu Liebe,zurück. Hilfreich ist dieser Mitspieler aber schon, besonders wenn es bei Anfängern, der vergesslichen Spielern, mal fragen gibt. Hier hilft der Regelfetischist meist schneller als das Regelbuch.

Der nicht verlieren Könner (sämtliche Spielarten):

Bei dieser Art von Spieler handelt es sich häufig um Menschen, die es nicht gewohnt sind zu verlieren, Menschen, deren Eltern sie immer haben gewinnen lassen – der Kleine freut sich doch so schön, wenn er gewinnt – oder Leute, die eine komische Einstellung vom Leben haben und meinen, der zweite ist schon der erste Verlierer! Dabei kann es doch auch mal ganz schön sein zu verlieren. Okay, keiner verliert gerne, aber wenn es ein schönes Spiel war, man sich gut mit seinen Mitspielern ausgetauscht hat und einfach einentollen Abend… NEIN, so etwas gibt es nicht! Es zählt nur der Sieg. In ganz schlimmen Fällen, räumt der nicht verlieren Könner auch gerne mal das Spielbrett vor Spielende ab, schmeißt sich – sollte es sich um Kinder handeln – schreiend zu Boden und behauptet man hätte gemogelt. Dies ist sicherlich eine der unangenehmsten Arten von Mitspielern, da sie schnell auch mal den Abend, oder das Spiel ruinieren können.

Der Mogler (jegliche Art von Spielen)

Häufig handelt es sich auch hier um einen nicht verlieren könner, man könnte den Mogler quasi als eine Unterspezies ansehen, erfüllt er doch viele der Kriterien eben dieser Spezies. Allerdings geht der Mogler noch weiter, gewinnen um jeden Preis, koste es was es wolle. Regeln sind dazu da um gebrochen zu werden, aber natürlich nur von mir! Sollte jemand anderes eine Regel verletzten, ob nun bewusst oder versehentlich, ist der Mogler nicht scheu diesen darauf hinzuweisen. Wird er allerdings selbst erwischt, ist das Geschrei groß, dann wird er schnell aggressiv in seiner Wortwahl oder streitet schlichtweg alles ab, räumt das Spiel zusammen und behauptet, man würde nur nicht mit Ihm Spielen wollen. Unangenehm! Ich glaube das ist mein Ausdruck für diese Art von Mitspielern. Ich versuche lieber solche Menschen zu meiden und spiele mit denen, die genau wie ich, es eher etwas lockerer sehen.

Der eine der immer lacht, immer lacht… (besonders im Rollenspiel)

Hierbei handelt es sich um eine Art Komiker, aber einer der schlechteren Sorte, ständig reist er mitten im Spiel Witze, über die aber nur er lacht. Häufig spielt diese Spezies, im Rollenspiel auch noch sehr ruhige, ernste Spielfiguren, die überhaupt nicht zu seiner Art passen. Pupsen und rülpsen sind seine besten Gründe in schallendes Gelächter zu verfallen und noch die eine oder andere Schote dazu zu erzählen. Letztlich handelt es sich hier aber um eine Harmlose Spezies, die man in den Griff bekommen kann, oder die man schlichtweg ruhig stellt.

Der Schreihals (jegliche Art von Spielen)

Auch diesen Spieler kennt, glaube ich, jeder von uns. Er ist immer der lauteste, mangelnde Ahnung wird durch Lautstärke ersetzt, weis zu allem einen Komentar und mischt sich in jedes Nebengespräch sofort wissend ein. “ Ja das hab ich auch mal erlebt, 67 bei den Marines…“ nach dem Spieleabend hat man meist, sofern man überhaupt noch etwas hört, ein stetiges Klingeln im Ohr oder man hat sich selbst soweit dem Lautstärkepegel angepasst, dass der Partner beim nach Hause kommen fragt, ob man beim Spielen oder in derBahnhofskneipe war. Eine besondere Kreuzung ergibt sich aus demSchreihalz und dem Regelfetischisten, der sein Wissen noch durch die dazugehörige Laurstärke unterstützt.

Es gibt noch viele viele weitere Arten von Spielern, mache sind lustig, andere nervig oder schlichtweg doof. Ich werde mit Sicherheit diese Liste irgendwann durch einen zweiten Beitrag erweitern, vielleicht fallen Eich ja auch noch Typen ein. Schreibt mir doch in den Kommentaren, was es bei Euch noch für Typen gibt, oder ob Ihr Euch in meinen überspitzten Beschreibungen wiederfindet. Ich bin schon neugierig…

Bleibt Ihr es auch…

DerOlfork


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